LEAN Management

Auf dieser Seite werden Sie in das Thema LEAN Management eingeführt und bekommen eine Antwort auf die Frage „Was ist LEAN?“.

LEAN Management bezeichnet ein aus dem Toyota Production System (TPS) hervorragendes Managementsystem, mit welchem eine Senkung von Produktionskosten, eine Verkürzung von Durchlaufzeiten und eine Vermeidung von Verschwendungen entlang der gesamten Prozesskette im Unternehmen erreicht werden. Innerhalb kürzester Zeit ist so eine nachhaltige Verbesserung der Wertströme möglich, indem Schwachstellen systematisch analysiert und bestimmte LEAN Tools zur schlanken Wertstromgestaltung eingesetzt werden. So können Sie bestandsarm, verschwendungsfrei und schnell nur das produzieren, was Ihr Kunde genau zu diesem Zeitpunkt braucht. Der LEAN Ansatz basiert dabei weniger auf einer technischen Automation von Abläufen und Prozessen, als vielmehr auf einer Verschlankung, also auf einer Effizienzsteigerung der Organisation.

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Die Geschichte des LEAN Managements

Das LEAN Management hat seinen Ursprung in der Mitte des 20. Jahrhunderts beim japanischen Automobilhersteller Toyota, welcher durch die Methoden des LEAN die Gestaltung stabiler Prozessorganisationen erreicht hatte und so ein hohes Qualitätsniveau seiner Produkte gewährleisten konnte.

Heutzutage findet das LEAN Management weltweite Anwendung in fast allen Branchen und viele bekannte Unternehmen nutzen LEAN Projekte und Produktionssysteme, deren Vorbild nach wie vor das Toyota Production System darstellt.

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Der LEAN Begriff heute

Wie viele Managementmethoden hat auch LEAN japanische Wurzeln. Dort werden die drei Hauptverlustquellen der Produktion als Muda (Verschwendung), Mura (Unausgeglichenheit) und Muri (Überlastung) bezeichnet. Ursprünglich stand bei der sogenannten LEAN Production die Produktion im Fokus, doch der Begriff wurde bald adaptiert und verallgemeinert und der Begriff des LEAN Managements wurde von Pfeiffer und Weiß geprägt, wobei nach wie vor die Prinzipien der schlanken Produktion beschrieben wurden. >> Erhalten Sie mehr Informationen zu Muda – 7 Arten der Verschwendung & Muri – Präventive Arbeitsplatzgestaltung !

So entstand eine Art Führungsphilosophie des LEAN Managements, jedoch waren dabei oftmals die ursprünglichen Prinzipien der LEAN Production kaum noch erkennbar. Das LEAN Management kann als eine Art Ergänzung zur LEAN Production gesehen werden, denn hierbei wird auf die Vermeidung von Verschwendung, Fehlern und unnötigen Kosten sowie höchstmögliche Qualität der Produkte und Dienstleistungen in jedem Bereich und nicht nur in der Produktion hingearbeitet.

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Die LEAN Idee

Die Kernidee des LEAN Managements ist es, Werte ohne Verschwendung zu schaffen. Dabei werden eine ideale Abstimmung der für die Wertschöpfung benötigten Tätigkeiten sowie eine Vermeidung von überflüssigen Tätigkeiten angestrebt. Hier ist es notwendig, eine Überprüfung und Optimierung des Systems aus zwei Perspektiven zu betrachten.

Zum einen ist es hierbei von essenzieller Bedeutung, dass die Sicht des Kunden berücksichtigt wird und dessen Wünsche und Anforderungen in Bezug auf Qualität, Preis und Individualität des Produktes oder der Dienstleistung zu jeder Zeit und optimal erfüllt werden. Zum anderen ist ebenso die Betrachtung aus Sicht des Unternehmens selbst wichtig, denn dieses muss effizient und profitabel funktionieren und seine Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich verbessern.

Da eine Voraussetzung für Wirtschaftlichkeit und hohe Effizienz ist, dass die Anforderungen und Wünsche des Kunden gezielt und flexibel erfüllt werden, wird daher auf Prozesse mit einer hohen Kundenorientierung hingearbeitet. Für ein Erreichen solcher stabiler Prozesse, welche zu qualitativ hochwertigen Produkten führen, ist es daher notwendig, dass Prozesse exakt definiert, Schnittstellen beschrieben und Verantwortlichkeiten genau festgelegt werden sowie, dass auf Fehler frühzeitig und erfolgreich reagiert wird und einfache Organisationsmethoden verwendet werden.

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Die 5 Kernprinzipien von LEAN

Die fünf Kernprinzipien des LEAN Managements sind eine Leitlinie, mit welcher das bestehende System überprüft werden kann:

1. Definition des Wertes aus Kundensicht

Hierbei wird der Wert aus Sicht des Kunden definiert, was bedeutet, dass überprüft und festgelegt wird, was wann produziert werden soll, um die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden erfolgreich und zu jeder Zeit erfüllen zu können. Die hergestellten Produkte sollen auf den Kunden zugeschnitten sein und eine höchstmögliche Qualität sowie einen angemessenen Preis gewährleisten.

2. Identifikation des Wertstroms

Der Wertstrom umfasst alle Schritte, die zur Herstellung des Produktes oder der Dienstleistung benötigt werden. Bei der Identifikation des Wertstroms werden alle Prozesse, die für die Leistungen vom Rohmaterial bis zum fertigen Produkt für den Kunden verantwortlich sind, detailliert und umfangreich betrachtet. Dadurch ist eine Fokussierung auf die Prozesse, die wertschöpfend sind möglich und eine Vermeidung von Verschwendungen sowie eine Ausrichtung auf Kundenwünsche werden erreicht. Die Kenntnis und das Verständnis des Wertstroms im Unternehmen und der daran beteiligten Personen macht es somit möglich, die komplette Produktion auf diesen auszurichten und die zur Verfügung stehenden Ressourcen effizient und optimal einzusetzen.
>> Hier erhalten Sie mehr Informationen zum Wertstrommanagement (VSM) !

3. Umsetzung des Fluss-Prinzips

Das Fluss-Prinzip stellt eines der wichtigsten Prinzipien des LEAN Managements dar. Damit ist ein kontinuierlicher und geglätteter Produktionsablauf gemeint, der die in vielen Organisationen vorhandenen Unterbrechungen in Form von Zwischenlagern und Pufferbeständen vermeidet. Hierbei können enorme Verbesserungspotenziale realisiert werden, welche sich positiv auf den kompletten Wertstrom und dessen Effizienz auswirken.

Wenn die Vermeidung solcher Stopps, die Harmonisierung der Produktion sowie die Ausrichtung auf den Wertstrom realisiert werden können, ist das Fundament für eine flexible, kundenorientierte und effiziente Steuerung der Fertigung geschaffen.

4. Einführung des Pull-Prinzips

Mit der Ausrichtung nach dem Kunden und der Organisation des Wertstroms nach dem Fluss-Prinzip ist eine Produktion erst dann notwendig, wenn eine Bestellung des Kunden vorliegt oder die Bestände ein Minimum erreichen. Hierbei wird dann nach dem sogenannten Pull-Prinzip gehandelt, bei welchem die Produkte vom Kunden aus gesehen durch die Produktion gezogen und nicht anhand von Planungsvorgaben in die Produktion gedrückt werden. Damit wird nicht nur die Lagerung von Produkten und der damit einhergehende Such- und Transportaufwand vermieden, sondern die Fertigung kann oft ebenso personell entlastet werden.

5. Streben nach Perfektion

Perfektion kann nie erreicht, sondern lediglich angestrebt werden, wobei ein ständiger Wandel von Rahmenbedingungen stattfindet und schlechte Gewohnheiten schneller als gedacht wieder zur Tagesordnung gehören. Deshalb kann ein LEAN Production System nicht einmalig optimiert werden, sondern befindet sich in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Hierbei werden Mitarbeiter stetig dazu aufgefordert, Abläufe zu hinterfragen und Verbesserungsideen in das System einzubringen, denn wer kennt die alltäglichen Prozesse und Arbeitsplätze im Unternehmen besser als sie?